Gefährlich und harmlos – alles da

Sie können Verheerendes anrichten, aber den Menschen auch sehr erfreuen: unsere heimischen Pilze. Mehr über das Innenleben der bizarren Waldbewohner erfuhr man bei der 19. Ausstellung in Herrensohr.


Luzia Braun zeigte Sandra und Frank Stegner bei der großen Pilzausstellung in der TuS-Halle verschiedene Röhrlinge. Foto: Thomas Seeber
Foto: Thomas Seeber
Da wünscht man sich, der Deckel wäre lieber drauf geblieben: Der Geruch der Stinkmorchel bleibt einem noch minutenlang in der Nase. Kein Wunder also, dass die Mitglieder der „Drieschlinge“ den Pilz, der mit seinem Geruch an starke Verwesung erinnert, in einen Plastikbehälter packen und nur auf Nachfrage öffnen. „Ansonsten wäre das in der ganzen Halle zu riechen“, sagt Horst Fries schmunzelnd.

 

Fries ist einer der Pilzsachverständigen, die den Besuchern am Wochenende in der TuS-Sporthalle von Herrensohr zwei Tage lang kompetent und umfassend Rede und Antwort standen. Zum 19. Mal hatte die Pilzinteressengemeinschaft „Drieschlinge“ zur Ausstellung der schwammigen Lebewesen eingeladen, bei der 270 Arten in unterschiedlichster Form, Farbe und Größe zu sehen waren. Damit ist dies nach Angaben der Veranstalter die größte derartige Schau im Südwesten Deutschlands.

 

Neben den zu bestaunenden Arten in all ihren teils bizarren Formen boten die „Drieschlinge“ vor allem Hintergrundwissen. So konnte man sich beispielsweise den Unterschied zwischen Lamellen- und Stoppelpilzen erklären lassen, womit die Formen unterhalb des Hutes gemeint sind. Interessanter Fakt: „Es gibt keine giftigen Stoppelpilze“, erklärte Horst Fries einem wissbegierigen Mädchen, das die Pilze in seinem mitgebrachten Buch mit denen in der Halle verglich.

 

Zwischendurch war sogar Zeit, Rezepte auszutauschen. So schwärmte Besucher Ronald Körbel von der Krausen Glucke: „Das ist ein sehr guter Speisepilz.“

 

Den blumenkohlartigen Pilz pflückt er gern in einem Gebiet zwischen Dudweiler und Sulzbach. „Ich sammle, und meine Frau wäscht und bereitet ihn zu“, sagte Körbel. So könne man den Pilz beispielsweise einfach mit Butter und ein paar Zwiebeln anbraten. Und den Parasolpilz könne man panieren wie ein Schnitzel.

 

Bis ein Pilz übrigens bei uns im Supermarkt landet, könne es schon mal bis zu fünf Tage dauern, erläuterte Horst Fries. „Da kommt nur noch Matsch an“, so sein Kommentar.

 

Falls es übrigens mal zu einer Vergiftung komme, wenden sich die Mitarbeiter und Ärzte der Giftzentrale in Homburg hilfesuchend an die Pilzsachverständigen. Diese suchen im schlimmsten Fall sogar in den Müllresten nach dem Verursacher und raten dann zu nächsten Schritten. Auf diese Weise habe man schon einige Leben gerettet.

 

Das giftigste Exemplar bei der Ausstellung war übrigens der Spitzgebuckelte Raukopf. Besonders fies: Die Wirkung setzt erst bis zu zwei Wochen verzögert ein.

 

Wer dem Phänomen Pilze noch detaillierter auf den Grund gehen wollte, der konnte sich den Mikrokosmos der Sporen über ein Mikroskop an einem PC anschauen. Dort erklärten unter anderem Werner Bollinger und Frank Späth die näheren Zusammenhänge. „Schleierlinge haben nach neuesten Erkenntnissen bis zu 1000 Unterarten“, sagte Frank Späth. Dies mache die Bestimmung natürlich immer komplexer. Um die Art zu bestimmen, werde eine klitzekleine Probe unter das Mikroskop gelegt.

 

Zu dem reichhaltigen Angebot an Information und den fast 300 Arten gesellte sich noch eine hübsche Dekoration in Form einer Landschaft mit ausgestopften Tieren. Dachs, Fuchs, Igel und Marder waren da zu sehen – und natürlich die stillen Waldbewohner. Würzige Wildpilzmischungen in getrockneter Form waren ebenfalls zu erstehen. Ein kleines Quiz – eigentlich für Kinder konzipiert, aber genauso gern von Erwachsenen gespielt – rundete die Veranstaltung ab.

 

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